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Wie verhalten sich Glasaußenwände unter extremen Klimabedingungen hinsichtlich Wärmedämmung, Sonnenschutz und Energieeffizienz?
Die Leistungsfähigkeit von Glasfassaden in extremen Klimazonen hängt primär von der Verglasungsspezifikation, der thermischen Trennung der Rahmen und den Ausführungsdetails ab. Für eine optimale Wärmedämmung reduzieren Doppel- oder Dreifachverglasungen mit Low-E-Beschichtung und Argon-/Kryptonfüllung die U-Werte erheblich. In sehr kalten Klimazonen ist Dreifachverglasung mit Warme-Kante-Abstandhaltern üblich, um Wärmeverluste zu minimieren und das Risiko von Kondenswasserbildung an der Fassade zu verringern. In heißen Klimazonen reduzieren Sonnenschutzbeschichtungen, spektralselektive Low-E-Gläser und Kombinationen aus Sieb- oder Verbundglas den Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert) bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der Lichtdurchlässigkeit. Thermische Trennungen in Aluminiumrahmen und thermisch optimierte Pfosten minimieren Wärmebrücken, was für ein angenehmes Raumklima und die Vermeidung von Kondenswasserbildung unerlässlich ist. Die Energieeffizienz hängt zudem von der Luftdichtheit und der durchgehenden Wärmedämmung der gesamten Fassadenkonstruktion ab. Fachgerecht geplante und installierte Dichtungssysteme, thermisch getrennte Verankerungspunkte und durchgehende Luftdichtungsschichten gewährleisten die geplante Leistungsfähigkeit. Dynamische Lösungen wie Doppelfassaden, integrierte Jalousien und elektrochrome Verglasung bieten adaptiven Sonnenschutz für Klimazonen mit starken Tagesschwankungen, verbessern den Nutzerkomfort und reduzieren den Bedarf an Heizung, Lüftung und Klimaanlage. Die Leistungsfähigkeit muss durch thermische Modellierung des gesamten Gebäudes (z. B. mit THERM oder einem vergleichbaren Programm) validiert und mit den lokalen Energiebauvorschriften (z. B. ASHRAE 90.1, NZEB-Zielen oder nationalen Normen) verglichen werden. Schließlich sollte die Lebenszyklusenergie den grauen Kohlenstoff schwererer Verglasungssysteme den Betriebskosteneinsparungen gegenüberstellen. In extremen Klimazonen amortisiert sich die Investition in leistungsfähigere Verglasung oft durch den geringeren Energieverbrauch im Betrieb und die gesteigerte Produktivität der Gebäudenutzer.