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Welche Tragsysteme werden typischerweise zur Unterstützung von Glasaußenwänden in großspannenden Fassaden eingesetzt?
Großflächige Fassaden erfordern statisch berechnete Tragsysteme: Pfosten-Riegel-Systeme für mittlere Spannweiten; massive Pfosten-Vorhangfassaden mit tieferen Profilen für größere Spannweiten; Elementfassaden für die werkseitig gesteuerte Lastverteilung über größere Module; und rahmenlose Verglasungssysteme (Silikonverbund) für eine rahmenlose Optik, bei der das Glas selbst als Verkleidung dient und von einem verdeckten Rahmen getragen wird. Punktgelenke und Seilnetze übertragen Lasten über diskrete Punkte und eignen sich für minimale Sichtweiten und große Flächen. Diese Systeme erfordern präzise Finite-Elemente-Analysen, um sicherzustellen, dass die Spannungsspitzen innerhalb der zulässigen Grenzwerte für das Glas bleiben. Bei sehr großen Spannweiten können sekundäre Stahlunterkonstruktionen oder Stahlfachwerke eingesetzt werden, um die Lasten auf die Primärstruktur zu verteilen und gleichzeitig transparente Fassaden zu erhalten. Zugstangensysteme und Abspannungen können in bestimmten Geometrien für Stabilisierung sorgen. Bei jedem System sind die Einhaltung der Durchbiegungsgrenzen, die Sicherstellung der Lastpfade für Wind- und Erdbebenkräfte sowie die detaillierte Ausarbeitung redundanter Sicherheitsmechanismen (z. B. Sekundärstützen, Verbundglas) von zentraler Bedeutung. Bei der Auswahl werden ästhetische Ansprüche, bauliche Machbarkeit, Konstruierbarkeit und Kosten in Einklang gebracht.